Else von Országh © 2012 • Deine Jugendzeit • 

 

Else von Országh

 

Eine wunderbare Frau, die dieses Denkmal verdient 

 

* November  1922

 

† 23.09.2000

 

 

 

 

Das Kindergartenkind Else

 

 

                          

... Du kamst mit kritischem Blick auf diese Welt, den Du Dir Dein Leben lang bewahrt hast...

 

 

 

 

Geboren wurdest Du im November 1922 in Essen, als 1. Tochter der Eheleute Henriette (gannant "Jettchen"), geborene Rustemeyer, und Wilhelm Gildemeyer.

 

Ein kleines Mädchen, das stundenlang leise mit seiner Puppenstube spielen konnte. Schlohblondes (im Sommer fast weißes) Haar, das von ihrer Mutter gern mit einer riesig großen Propeller - Schleife geschmückt war, rahmte ihr hübsches, zartes und sehr ausdrucksstarke Gesicht. Ein eher blasses, feingliedriges und meist ernstes Mädchen, das es z. B. hasste, sich schmutzig zu machen. So spielte man nicht in Elses Augen. Das ganze Gegenteil zu ihrer fünf Jahre jüngeren Schwester, Käthi, (Katharina). Else fand damals in Kindertagen dieses „neue Kind“ der Familie „einfach nur furchtbar“ – „alles reißt sie an sich und macht es kaputt.“ An diesem Verhalten sollte sich auch in den späteren Jahren leider nichts ändern... Aber darauf möchte ich hier nicht näher eingehen.

 

Schon früh fiel den Eltern auf, dass Else ein besonderes Kind war. Überaus wissbegierig, ein Kind, das es nicht abwarten konnte, endlich in die Schule gehen zu können, um alles über diese Welt zu erfahren. Ihr Bildungshunger war so groß, dass normales Spielen, wie andere Kinder es taten, nicht zu ihren Leidenschaften gehörte. Als sie dann endlich lesen konnte, war es meist so, dass wenn man Else suchte, sie oft still in einer Ecke saß, mit einem Buch in der Hand, in weite Sphären entrückt, eingetaucht in die Geschichten dieser Welt. Meine Tante Ruth, eine ihrer Cousinen, erzählte mir später, dass meine Mutter von den anderen Eltern der Familie immer als leuchtendes Vorbild hervorgehoben wurde – so nach dem Motto: „Schau dir an, was Else macht – das ist ein gutes Kind - so solltest du mal sein - Else bringt nur gute Noten nach Hause – Else ist gut erzogen – macht keinen Blödsinn, so wie du“. Klar, dass die anderen Kinder das weniger toll fanden… wer hat schon gern, bei jeder Gelegenheit mit einem Superkind verglichen zu werden – einem unerreichbarem Ideal.

 

In den zwanziger Jahren war es eher unüblich, dass Mädchen eine höhere Schule besuchten. – Die Einstellung der Menschen damals war halt: „wofür soll ein Mädchen diese Bildung bekommen – "sie heiratet ja eh und wird Hausfrau und Mutter – das wäre ja Blödsinn.“ Hinzu kam, dass Eltern für weiterführende Schulen ein hohes Schulgeld bezahlen mussten. So blieb dieses Privileg 1.) meist nur Kindern von sehr wohlhabenden Eltern - und 2.)  größtenteils Jungs vorbehalten. Hätte sich die weitsichtige Grundschullehrerin von Else nicht die Mühe gemacht, sogar persönlich bei meinen Großeltern vorzusprechen, wären Elses vielseitigen Talente und ihre überragende Intelligenz sicherlich ungefördert geblieben. Die Lehrerin hat meine Großeltern regelrecht beschworen, dass es eine Schande wäre, wenn sie diesem hochbegabtem Kind keine Weiterbildung zukommen lassen würden. Else hungerte geradezu nach Wissen und war überglücklich, dass sie die höhere Schule besuchen durfte.

 

Ich fand’s klasse von meinem Großvater, dass er bereit war, sich gegen die gängige Gesellschaftsnorm zu stellen und die höhrere Schule ermöglichte.

 

Wen wundert’s, dass Else aufgrund ihrer hervorragenden Zeugnisse nach ihrem Abschluss sofort eine Anstellung als Sekretärin bei der Firma Stinnes bekam. Sie bekam für die damaligen Zeiten ein außerordentlich gutes Gehalt - verdientermaßen, da sie gleich zwei Abteilungsleitern zuarbeitete. Herrn Taglang und Herrn....?  ich weiß es nicht mehr... :-)

 

 

 

 

Deine Konfirmation 1937

 

 

mit Deinen Eltern und Deiner kleinen Schwester

 

Die Familie:

Henriette Gildemeyer, Wilhelm Gildemeyer, Else mit den dicksten Zöpfen aller Zeiten und Deine kleine Schwester, Käthi...

 

Dein Haar - legänder:

 

Als Du Dir Dein langes Haar das erste Mal abschneiden ließest, war Deine Lehrerin, Fräulein Knolle, mehrere Wochen richtig sauer auf Dich.

 

Die meisten Menschen haben eine genetisch festgelegt Haarlänge - Nicht so DU ... Dein Haar war zweimal in Deinem Leben so lang - bis über die Knie - gewachsen, dass Du Dich damit komplett einhüllen konntest. Ich weiß noch, wie sehr ich als Kind fasziniert war, als ich das zum ersten Mal gesehen habe. Natürlich hast Du es damals bei dieser Länge nicht offen getragen, sondern diesen dicken geflochtenen Zopf zu einem Dutt frisiert. Dein Gesicht war so ebenmäßig schön, dass Du Dein Haar streng gekämmt nach hinten tragen konntest.

 

Einen Deiner abgeschnittenen Zöpfe hast Du mir dann viel später mal "vermacht", damit ich ihn 1994 bei Ostermann zu meinen ersten Extentions verarbeiten lassen konnte. Es waren die tollsten langen Haare, die ich je hatte...

 

 

 

Deine Großeltern

 

Wilhelmine Theodora Friedberg geb.am 9.9.1862

verheiratet mit

Wilhelm Heinrich Hermann Gildemeyer

 

über Deine Großmutter, Wilhelmine Theodora Friedberg, hast Du gesagt, dass von ihr die Intelligenz in die Familie gekommen ist...

 

Wilhelmines Bruder, August Friedberg, hat in Gelsenkirchen Rotthausen die gleichnamige Schraubenfabrik gegründet, die noch heute besteht.

 

Ihr Vater:

Heinrich von Friedberg, war Jurist

geb. am 27.01.1813 in Märkisch Friedberg Westpreussen

geadelt durch Bismarck 1888

am 02.06.1895 in Berlin

 

Wilhelmines Onkel:

Emil Friedberg war Kirchenrechtslehrer in Westpreussen

Robert Friedberg war Staatsmann bei den National Liberalen